der mutigste mutausbruch

"You'll have moments when you feel like a lion, and moments when you feel like a mouse. Just know that no matter how you feel, you still have a heartbeat and a soul worthy of love, so learn to roar even when you feel small, because you are more than the feelings or the pain you may have."

Rheumatoide Arthritis - Die zwei Wörter die ich seit langer Zeit schon nicht mehr hören kann. Die zwei Wörter wegen denen ich das neue Jahr gleich im Krankenhaus beginne. Die zwei Wörter die mich seit meinem zehnten Lebensjahr regelmäßig begleiten. Die zwei Wörter wegen denen jetzt der geplante Blogpost nicht online geht sondern dieser hier. Die zwei Wörter mit denen ich täglich zu kämpfen habe.

Die zwei Wörter, die für mich eigentlich gar keine Wörter sind sonder viel mehr als das. Die zwei Wörter die für mich zurzeit mein ganzes Leben auf den Kopf stellen.

 

In diesem Blogpost geht es jetzt nicht darum was Rheumatoide Arthritis genau ist, es geht viel mehr darum, dass ich euch sagen will, dass nicht immer alles so läuft wie man sich das erhofft und dass das Leben manchmal andere Dinge mit einem vorhat. 

 

Eigentlich wollte ich heute einen Blogpost online stellen in dem es um meine Vorsätze und Motivation für 2017 geht. Da ich aber leider seit Sonntag jetzt im Krankenhaus liege, habe ich mich dafür entschieden ein sehr sehr sehr persönliches Thema anzusprechen. Wieso ich das tue? Ich möchte andere Menschen motivieren, denen es auch gerade vielleicht nicht so gut geht und mein Blog heißt immerhin nicht umsonst "Mutausbrüche". Das ist nämlich glaube ich mein mutigster Mutausbruch überhaupt.

 

Rheumatoide Arthritis - die Wörter die in diesem Blogpost hier gefühlte hundert Mal vorkommen. Dass ich darunter leide, haben jetzt glaube ich auch alle verstanden. Ich hätte mein 2017 auch lieber anders begonnen, vor allem weil ich beim letzten Blogpost noch so motiviert war, dass 2017 auch so ein gutes Jahr wird und ich glaube aber trotzdem noch ganz fest daran.

Kurze Zusammenfassung: Ich muss mir einmal pro Woche eine Spritze geben, die gegen Entzündungen in meinen Gelenken wirkt. Diese Medikamente nehme ich schon seit über sechs Jahre und das Problem ist, dass diese Medikamente zwar gegen meine Entzündungen und somit auch ein bisschen gegen die Schmerzen helfen, aber dadurch wird gleichzeitig mein Immunsystem so geschwächt, dass ich andauernd krank bin - angefangen bei einem viralen Infekt, bis hin zu Stirnhöhlenentzündung. 

Jeeedenfalls sind meine Leberwerte sehr erhöht und ich darf meine Spritzen zurzeit nicht nehmen und wer jetzt eins und eins zusammenzählen kann, kann sich vielleicht denken dass ich sehr extrem starke Schmerzen habe und alle meine Gelenke geschwollen sind. Das derzeitige Leben ohne die Spritzen bringt auch noch andere Nebenwirkungen mit, wie zum Beispiel einen sehr hohen Ruhepuls, usw. Und das ist der Grund wieso ich gerade im Krankenhaus liege. Jetzt werde ich durchgecheckt und bekomme Schmerzinfusionen.

 

Das Leben mit Rheuma schränkt mich, um ehrlich zu sein, schon sehr ein und ganz oft möchte ich einfach nur im Bett liegen bleiben und nichts tun. Aber ich weiß, dass es oft anderen Menschen, die nicht Rheuma haben genauso geht.

 

Es ist ganz normal dass man nicht immer gut gelaunt ist und es Dinge gibt, die einen runterziehen und wegen denen es uns schlecht geht. Bei den einen geht es um schlechte Noten oder zu wenig Geld - bei den anderen um Liebeskummer, Selbstzweifel oder um eine Krankheit. Jeder Mensch hat sein Päckchen zu tragen und genau das sollten wir alle gegenseitig respektieren.

Du darfst trauern und weinen und wütend sein und schreien und einfach nur im Bett liegen und gar nichts tun. Lass den Schmerz raus und bemitleide dich selber für eine kurze Zeit lang aber lass den Schmerz und die Zweifel nicht dein ganzes Leben bestimmen.

Das allerwichtigste ist dass du Menschen hast mit denen du über alles reden kannst. Du brauchst deine Familie und/oder deine Freunde, Leute mit denen du einfach Spaß haben kannst, den Ernst des Leben vergessen kannst aber auch Leute, mit denen du alles besprechen kannst - jemanden der dir zuhört, deine Launen erträgt und dich aus deinem Loch wieder rausholt.

Es ist egal ob das nur eine Person ist oder gleich mehrere. Das allerwichtigste ist, dass du weißt dass du nicht alleine bist.

 

Und ich weiß ganz genau dass ich nicht alleine bin. Ich weiß dass nach jeder schlechte Phase eine gute Phase kommt und das dass alles zum Leben dazugehört. Jeder hat sein Leben zu leben und es ist klar dass es nicht immer Sonnenschein gibt aber so lange man sich wieder auf die Hochphasen freut und weiß, dass die schlechten Zeiten nicht ewig da sein werden - so lange ist alles gut.

Auch wenn ich mir den Jahresanfang selber anders vorgestellt habe, ich kann das hier ja sowieso nicht ändern und anstatt mich zu fragen wieso ich so eine Krankheit und den ganzen Scheiß der da dazugehört verdient habe, denke ich einfach daran dass man aus genau solchen Situation stärker wird und sehr viel über sich selbst lernt. 

 

Auch wenn es gerade für viele keine leichte Zeit ist und es aussichtslos erscheint, egal mit welchen Sachen ihr gerade zu kämpfen habt - (um einen Freund zu zitieren, der mir das immer wieder einredet: COME BACK STRONGER! 

Also: The comeback is always stronger than the setback.

 

Kopf hoch ihr lieben - aufgeben war noch nie die Lösung und deswegen kämpfen wir alle weiter bis wir die ersten Sonnenstrahlen sehen und die Sonne wieder ganz zurück ist! :)

 

 

PS:

Das hier war kein: "Mah die oame Tessa, bemitleid ma sie bitte alle"- Blogpost. Das hier war ein "Ihr seid alle stärker als ihr denkt und es geht bald wieder bergauf, wenn man nur positiv denkt"- Blogpost.

come back stronger, hab euch lieb <3

Tessa :*

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Kommentare: 1
  • #1

    Doris (Sonntag, 08 Januar 2017 10:04)

    "Comeback back stronger" - diese Lebensweise werde ich mir aneignen. Bisher glaubte ich an "love it, change it or leave it", aber das geht eben nicht immer!