gute Tage / schlechte Tage

"She's a butterfly with a broken wing and bleeding feathers, but still she flies... but still, she flies."

Gute Tage und schlechte Tage. Die hat jeder Mensch. Ohne die schlechten, würde man die guten Tage nicht schätzen können und ohne die schlechten würde man gar nicht wissen was gut oder schlecht überhaupt bedeutet. 

Ihr kennt mich alle als positiven, motivierenden Menschen, der zumindest versucht, alles positiv zu sehen (Gesetz der Anziehung usw.) aber manchmal schaffe ich es auch nicht, etwas positives zu finden. Ich habe schonmal einen Blogpost über dieses Thema geschrieben, den findet ihr hier

 

Die meisten von euch wissen dass ich eine chronische Krankheit habe, nämlich rheumatoide Arthritis. Die meisten von euch wissen das aber auch nur weil ich einen Blogpost geschrieben habe oder weil ihr zu meinen engsten Freunden gehört. Ich versuche immer es mir nicht anmerken zu lassen, weil es keinen Sinn hat, sich da reinzusteigern. Aber heute darf ich das. Ich will mal so richtig Frust auslassen. 

Wie gesagt, jeder hat gute und jeder hat schlechte Tage und eigentlich überwiegen die guten immer. Was auch irgendwie das wichtigste ist, denn wenn man seinen negativen Gedanken und Gefühlen die Überhand nehmen lässt, dann werden die schlechten Tage zum Dauerzustand und dann hat man ein sehr großes Problem :D.

 

Die letzten Tage und Wochen waren eigentlich ganz gut, die Medikamente haben gut gewirkt und ich war nicht krank. Natürlich hatte ich Schmerzen, die mit Schmerzmittel gott sei Dank gut in den Griff zu bekommen waren und natürlich konnte ich nicht allzu viel feiern und fortgehen, einfach weil es mir die Tage darauf sonst sehr schlecht gegangen wäre. Aber das ist okay. Daran bin ich gewöhnt. Das ich häufig krank werde, habe ich euch auch schon erzählt, weil mein Immunsystem einfach sehr schwach ist, durch die Spritzen die ich mir immer selber gebe und jetzt ist es wiedermal so weit. 

Mein Körper hat leider sehr oft das Bedürfnis, mich krank werden zu lassen wenn wichtige Dinge anstehen. Wie oft musste ich schon auf irgendwelche Feiern und Veranstaltungen oder Konzerte verzichten, wie oft musste ich früher von irgendwelchen Festivals abreisen, blablabla.

Jetzt ist es leider wieder passiert und es hat mich voll erwischt.

Vorgestern und gestern war noch alles gut, doch in der Nacht von gestern auf heute lag ich bis 3:30 wach. Es gab keine Minute oder auch nur Sekunde in der ich Schlaf gefunden habe. Ich bin mit Herzrasen, Gelenks- und starken Kopfschmerzen hellwach in meinem Bett gelegen. Ich fand erst irgendwann ganz spät, beziehungsweise ganz früh Schlaf und hätte heute eigentlich sehr wichtige Dinge zu tun gehabt. Aber so ist das Leben mit einer chronischen Krankheit, die macht dir da einfach einen Strich durch die Rechnung und du musst alles absagen. Alles was du in diesem Moment tun kannst ist, im Bett zu bleiben, Schmerzmittel einzuwerfen, gleich zum Arzt zu fahren und versuchen nicht zu weinen. Es ist jetzt 16:12 und mir geht's noch immer nicht besser und das was mir am meisten Leid tut ist, dass ich in solchen Situation oft Leuten absagen muss und geplante Dinge im letzten Moment oft aufgeben muss. Heute Abend wäre ein sehr wichtiges Event gewesen, bei dem ich Projektpartnerin bin und ich habe absagen müssen. Ich wäre auf der Bühne gestanden und hätte super motivierte Leute vorgestellt aber das ist einfach nicht möglich. Jetzt plagen mich Vorwürfe und mein schlechtes Gewissen und ich habe immer im Hinterkopf, wie viele Menschen jetzt enttäuscht von mir sind und das ist alles andere als lustig.

Ja, ich war im März relativ viel unterwegs und habe tolle Sachen erlebt und manchmal habe ich das Gefühl, mein Körper gönnt mir das nicht. Das ist das Leben mit einer chronischen Krankheit und vielleicht verstehen jetzt auch mehr Menschen wieso ich so bin, wie ich bin. Es scheint bei vielen BloggerInnen, alles perfekt zu sein und als würden sie das perfekte Leben führen aber kein Mensch hat das perfekte Leben und da viele von euch gefragt haben, wie ich immer so positiv sein kann usw., will ich euch heute sagen, dass nicht immer alles positiv und gut ist. Und das ist auch okay so. 

Vielleicht geht es mir jetzt gerade beschissen, vielleicht kann ich jetzt gerade nicht aufstehen oder auch nur an irgend etwas positives denken aber so what? GUTE TAGE und SCHLECHTE TAGE, die hat jeder.


Wieso ich euch das jetzt alles erzähle? Weil wie gesagt, jeder Mensch gute und schlechte Tage hat und nachdem mein Blog und ich für MUTAUSBRÜCHE stehen, denke ich dass ich quasi verpflichtet bin, euch zu sagen: Es ist okay. 

Es ist okay wenn du schlecht gelaunt bist und nur im Bett liegen willst, es ist okay zu weinen, es ist okay Schokolade reinzustopfen, es ist okay seinen Frust in einem Blogpost oder Tagebuch auszulassen, das ist alles okay. Es ist nur nicht okay wenn es zum Dauerzustand wird. Nachdem ich weiß dass diese schlechten Tage vorbeigehen, ist alles okay. Okay, okay okay :D.

 

Das war jetzt ein seeeehr verwirrender "Gedankenchaos-vom-Feinsten"-Blogpost und ich habe einfach überhaupt keinen roten Faden hier reingebracht aber das ist auch okay. Alleine dass ich meine Gedanken mit euch geteilt habe, macht diesen schlechten Tag ein bisschen besser und ich hoffe jedenfalls, ihr habt einen guten Tag :)

 

Wie geht's euch heute und in letzter Zeit? Wie geht ihr mit schlechten Tagen um? Hat irgendjemand Tipps? :D

 

Bis bald und liebe Grüße von der Schmerzensfront <3

 

 

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